Neurodermitis: Ursachen, Symptome, Behandlung und Pflege

Neurodermitis ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung, die häufig bereits im Säuglingsalter beginnt. Sie wird auch als atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem bezeichnet. Typische Merkmale sind stark trockene, schuppige Haut, ausgeprägter Juckreiz sowie gerötete und entzündete Hautstellen. Die Schutzfunktion der Haut ist bei Neurodermitis dauerhaft gestört: Die Haut verliert vermehrt Feuchtigkeit und reagiert empfindlicher auf äußere Reize. Die Erkrankung ist nicht ansteckend und verläuft meist schubweise. In Österreich sind vor allem Kinder betroffen, aber auch Erwachsene und ältere Menschen können an Neurodermitis leiden.


Ursachen und Auslöser

Neurodermitis entsteht in erster Linie durch eine genetische Veranlagung. Häufig treten in betroffenen Familien auch andere atopische Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma auf. Neben der Veranlagung spielen äußere Auslöser eine wichtige Rolle, die Krankheitsschübe begünstigen können. Dazu zählen unter anderem Allergene wie Hausstaubmilben, Tierhaare oder Pollen, aber auch Umweltfaktoren wie Kälte, trockene Luft oder starke Hitze. Zusätzlich können starkes Schwitzen, mechanische Reizung der Haut (z. B. durch Wolle), Infekte, hormonelle Veränderungen und psychischer Stress einen Schub auslösen. Auch ungeeignete Hautpflege, etwa durch sehr heißes Duschen oder aggressive Reinigungsprodukte, kann die Hautbarriere weiter schädigen und die Beschwerden verstärken.


Typische Symptome und Verlauf

Neurodermitis äußert sich vor allem durch sehr trockene, raue Haut und intensiven Juckreiz. Häufig entstehen entzündliche Ekzeme, die je nach Alter unterschiedlich sind. Bei Säuglingen und Kleinkindern zeigen sich die Hautveränderungen oft nässend, während sie bei Jugendlichen und Erwachsenen meist trockener und schuppiger sind. Die betroffenen Hautstellen variieren ebenfalls mit dem Alter: Bei Kindern sind häufig die Beugeflächen von Armen und Beinen betroffen, bei Jugendlichen und Erwachsenen treten Ekzeme vermehrt im Gesicht, am Hals oder an den Händen auf. Im höheren Lebensalter kann die gesamte Haut stark austrocknen.

Der Krankheitsverlauf ist typischerweise wechselhaft. Beschwerdefreie Phasen können sich mit akuten Schüben abwechseln. Der starke Juckreiz führt häufig zu Kratzen, wodurch sich die Haut weiter entzündet und neue Ekzeme entstehen können. Dieser Juckreiz-Kratz-Kreislauf belastet viele Betroffene stark und kann auch den Schlaf und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Produktempfehlungen

Behandlungsmöglichkeiten

Neurodermitis ist derzeit nicht heilbar, lässt sich jedoch mit einer gezielten Therapie gut kontrollieren. Grundlage jeder Behandlung ist die konsequente tägliche Hautpflege. Rückfettende Cremes, Lotionen oder Salben helfen, die Haut geschmeidig zu halten und den Feuchtigkeitsverlust zu reduzieren. Bei akuten Entzündungen werden zusätzlich entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Dazu gehören vor allem kortisonhaltige Cremes in geeigneter Wirkstärke oder alternative entzündungshemmende Salben, die besonders für empfindliche Hautbereiche geeignet sind.

Bei ausgeprägteren oder häufig wiederkehrenden Schüben können ärztlich verordnete Lichttherapien eingesetzt werden. In schweren Fällen stehen auch systemische Therapien zur Verfügung, die gezielt in das Entzündungsgeschehen eingreifen. Welche Behandlung geeignet ist, hängt vom Alter, dem Schweregrad der Erkrankung und den betroffenen Hautarealen ab und sollte immer individuell ärztlich abgestimmt werden.


Alltagstipps und Pflege

  • Regelmäßige Hautpflege: Eine angepasste Pflegeroutine ist im Alltag besonders wichtig. Die Haut sollte auch in beschwerdefreien Phasen mindestens zweimal täglich gepflegt werden.

  • Richtiges Duschen und Baden: Duschen oder Baden sollte kurz und mit lauwarmem Wasser erfolgen, da heißes Wasser die Haut zusätzlich austrocknet. Milde, seifenfreie Reinigungsprodukte sind zu bevorzugen.

  • Eincremen nach dem Waschen: Unmittelbar nach dem Waschen sollte die noch leicht feuchte Haut großzügig eingecremt werden, um die Feuchtigkeit in der Haut zu binden.

  • Geeignete Kleidung: Weiche, atmungsaktive Materialien wie Baumwolle sind empfehlenswert. Kratzige Stoffe oder enge Kleidung, die die Haut reizt oder starkes Schwitzen fördert, sollten vermieden werden.

  • Kratzen vermeiden: Kurze Fingernägel und gegebenenfalls das Tragen von Baumwollhandschuhen, insbesondere nachts, können helfen, Hautverletzungen durch Kratzen zu reduzieren.

  • Auslöser meiden: Bekannte persönliche Auslöser sollten möglichst vermieden werden. Zusätzlich ist ein ausgeglichener Lebensstil hilfreich, um Krankheitsschübe positiv zu beeinflussen.


Wann ärztliche Hilfe nötig ist

Ein Besuch beim Arzt / bei der Ärztin ist ratsam, wenn sich die Haut trotz konsequenter Pflege nicht bessert, die Ekzeme stark nässen oder sich entzünden, oder wenn der Juckreiz den Alltag und den Schlaf erheblich beeinträchtigt. Auch bei Säuglingen und Kleinkindern sollte frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden, um eine passende Behandlung einzuleiten und mögliche Komplikationen zu vermeiden. Dermatolog*innen können die Diagnose sichern und eine individuell angepasste Therapie empfehlen.


Johann Strauss Apotheke: persönliche Beratung

Die Johann Strauss Apotheke in 1040 Wien steht Ihnen bei Neurodermitis gerne beratend zur Seite. Unser geschultes Apothekenteam unterstützt Sie bei der Auswahl geeigneter Pflegeprodukte, erklärt die richtige Anwendung von Cremes und Salben und beantwortet Fragen zu rezeptfreien Therapien. In einem persönlichen Gespräch helfen wir Ihnen, eine auf Ihre Haut abgestimmte Pflegeroutine zu finden und den Alltag mit Neurodermitis bestmöglich zu bewältigen.