Allergien bei Erwachsenen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Allergie ist eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe (Allergene) wie Pollen, Tierhaare oder bestimmte Nahrungsproteine. Dabei bildet der Körper beim Erstkontakt Antikörper (IgE), und bei erneutem Kontakt setzen Immunzellen Botenstoffe (z.B. Histamin) frei, die typische Symptome auslösen. Allergene können z.B. Blütenpollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen, Tierhaare oder Bestandteile von Lebensmitteln sein. Die Beschwerden zeigen sich meist an den Atemwegen (Nase, Augen, Bronchien) oder der Haut. Oft ist eine Veranlagung erblich: Haben Eltern Allergien, steigt das Risiko für die Kinder. Allergien beginnen meist in Kindheit oder Jugend, können aber auch erstmals im Erwachsenenalter auftreten.


Häufige Formen und Auslöser

Die häufigsten Allergieformen im Erwachsenenalter sind Soforttyp-Reaktionen (Typ-I-Allergien) wie Heuschnupfen (Pollenallergie), allergisches Asthma oder Nahrungsmittelallergien sowie Spättyp-Reaktionen (Kontaktallergien) z.B. auf Nickel oder Kosmetik. Typische Allergene sind:

  • Pollen (Heuschnupfen): Blütenpollen von Bäumen, Gräsern, Beifuß etc. lösen saisonal im Frühjahr und Sommer Niesen, Schnupfen und juckende Augen aus.
  • Hausstaubmilben: Ganzjährig in Wohnungen (vor allem im Bett) vorkommend; führen oft zu chronischem Schnupfen, Husten und Asthmasymptomen.
  • Tierhaare (Tierallergie): Allergische Reaktion auf Proteine im Speichel, Hautschuppen oder Urin von Katzen, Hunden etc.; Symptome wie bei Pollen ganzjährig.
  • Nahrungsmittel: Häufig sind Nüsse, Schalenfrüchte, Milch, Eier oder Fisch; Auslöser für Quaddeln (Urtikaria), Schwellungen im Mund/Rachen, bis hin zu Kreislaufreaktionen.
  • Kontaktallergene: Nickel in Schmuck, Duftstoffe und Inhaltsstoffe von Kosmetika oder Haushaltsprodukten lösen meist Hautekzeme (Kontaktdermatitis) aus.
  • Insektengifte: Bienen- oder Wespenstiche können lokale Schwellung auslösen und bei Hochsensiblen in seltenen Fällen einen anaphylaktischen Schock bewirken.


Typische Symptome

Allergische Reaktionen äußern sich je nach Allergieform sehr unterschiedlich. Häufig betreffen die Beschwerden Nase und Atemwege mit Niesanfällen, laufender oder verstopfter Nase (allergischer Schnupfen), oft verbunden mit Husten oder Asthmaanfällen. Auch die Augen sind häufig beteiligt und reagieren mit Rötung, Juckreiz und vermehrtem Tränenfluss (allergische Bindehautentzündung). An der Haut können Juckreiz, Rötungen, Nesselsucht (Quaddeln) oder Ekzeme auftreten. Bei Kontaktallergien zeigen sich die Hautveränderungen meist genau an den Stellen, die mit dem auslösenden Stoff in Berührung gekommen sind. Zusätzlich können allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. In seltenen Fällen führen Allergien zu schweren Reaktionen wie Atemnot, starkem Blutdruckabfall oder Bewusstseinstrübung im Sinne eines anaphylaktischen Schocks, insbesondere bei Insektengift-, Nahrungsmittel- oder Arzneimittelallergien. Solche Situationen stellen einen medizinischen Notfall dar und erfordern sofortige ärztliche Hilfe.

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Diagnose und Therapie

Erste Anlaufstelle ist die Ärztin/der Arzt. Nach Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) werden zur Diagnosesicherung Hauttests durchgeführt: Beim Pricktest bringt man mögliche Allergene auf die Haut auf und ritzt leicht – reagiert die Haut mit Rötung oder Quaddel, ist das Allergen wahrscheinlich. Beim Epikutantest (Pflastertest) werden Substanzen auf dem Rücken über Tage geprüft (Typ-IV-Allergie). Auch Bluttests (spezifisches IgE) können Allergien nachweisen. Manchmal sind Provokationstests oder Lungenfunktionstests nötig, um Ursache und Schwere abzuklären. Die Therapie beruht auf drei Säulen:

  • Allergenvermeidung: Bekanntes Allergen möglichst meiden (z.B. keine Katzenhaltung bei Katzenhaarallergie, Verzicht auf auslösende Lebensmittel).

  • Medikamentöse Behandlung: Bei akuten Symptomen lindern Antihistaminika (Tabletten, Nasen- oder Augensprays) Juckreiz, Niesen und Tränen. Zur Entzündungshemmung können kurzzeitig kortisonhaltige Nasensprays oder Salben eingesetzt werden.

  • Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung): Bei ausgeprägten Allergien kann eine ursächliche Therapie helfen. Dabei erhält der Patient über Monate/Jahre kleine, steigende Dosen des Allergens (als Spritze oder Tablette). Diese Methode (z.B. gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Insektengift) trainiert das Immunsystem, schwächer auf das Allergen zu reagieren.

Neben der ärztlichen Behandlung können Sie im Alltag viel tun, um Beschwerden zu reduzieren:

  • Wohnung pollenfrei halten: Pollenschutzgitter anbringen und früh morgens oder nach Regen lüften. Haustiere möglichst nicht im Schlafzimmer halten.

  • Staubmilben meiden: Bettwäsche einmal wöchentlich bei ≥60 °C waschen und milbendichte Bezüge verwenden.

  • Saubere Raumluft: Regelmäßig staubsaugen (HEPA-Filter) und feucht wischen; auf rauchfreie Umgebung achten.

  • Körperpflege: Nach Aufenthalt im Freien Haare duschen und Kleidung wechseln.

  • Schutz vor Pollen: Sonnenbrille mit Seitenschutz tragen. Nasenduschen mit Salzlösung sowie antiallergische Nasen- und Augensprays können verstopfte Nase und gereizte Augen beruhigen.

  • Ärztliche Hilfe: Bei anhaltenden oder schweren Symptomen (z.B. Atemnot, starke Schwellungen) ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Bei Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks (Schwindel, Engegefühl, Bewusstseinsstörung) sofort den Notruf wählen.


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